Der Ideale Spender, Das Ideale Gesuch

Der Ideale Spender, das Ideale Gesuch

In den letzten Wochen habe ich mich sehr intensiv mit der Thematik der Samenspende beschäftigt.
Mir ist dabei aufgefallen, dass es beidseitig große Probleme gibt jemand kompatibles zu finden.
Ein großes Problem scheint mir zum einen zu sein, dass die involvierten Parteien keine oder nur ungenaue Vorstellungen haben. Zum anderen obliegt eine große Diskrepanz zwischen Erwartungen, Selbstwahrnehmung und Ansprüchen.

Nachdem ich mir etwa 200 Profile auf verschiedenen Seiten angeschaut habe und mit etwa 40 in Kontakt getreten bin konnte ich mir ein Bild machen, wie der ideale Spender ist.

Der Ideale Spender:
1. Er ist attraktiv
2. Er ist intelligent
3. Er ist sympathisch
4. Er ist kein Massenspender
5. Er hat keine finanziellen Interessen
6. verschwindet danach quasi spurlos oder wird als Co-Vater angesehen, Sorgerecht 100% bei der Mutter
7. spendet nur per Becher und gibt für die Spende nur schnell sein Packet ab und verschwindet direkt
8. ist jederzeit verfügbar wenn euer Eisprung einsetzen sollte
9. hat das nötige Durchhaltevermögen bis zum Erfolg zu spenden

Okay, die ersten 3 Punkte sind recht klar. Aber Männer die diese drei Eigenschaften auf sich vereinen sind rar, vielleicht 1% und diese sind meißt in Beziehungen oder genießen ihr Single Leben.
Vielleicht habt ihr Glück so jemand zu finden, dann rate ich euch, behandelt ihn gut und kommt ihm entgegen.

Dass der Mann kein Massenspender sein soll und finanzielle Interessen im Hintergrund ist auch nachvollziehbar. Das schränkt die potentiellen Spender jedoch stark ein, da meißt "Wiederholungstäter" hier aktiv sind. Aber wenn euch das wichtig ist, beschäftigt euch als erstes mit der Frage:
Wieso sollte dieser Mann gerade uns spenden? Das klappt endweder über Sympathie, ihr versteht euch super, ihr lasst ihn Anteil haben, nehmt euch Zeit etc. oder über Geld. Das erste führt zum Zielkonflikt, mit Punkt 6 und 7 und das zweite mit Punkt 4 und 5.

Aus meiner Sicht sind finanzielle Interesse als Spender nie ein Kriterium. Ich müsste schon 5000-10000 Euro als Erfolgsprämie plus 30.000 Euro Sicherheit in Form von einem Treuhandkonto verlangen, dass mich gegen Unterhaltforderungen absichert und das im 25. Lebensjahr an das Kind ausgezahlt wird. Das ist völlig utopisch, dass das jemand macht, also bleibt mir nur der Weg über Sympathie und Vertrauen diese Entscheidung zu treffen. Obgleich ich eine Kostenbeteiligung an Attesten und Fahrtkosten Selbstverständlich finde.

Punkt 7 thematisiert die Methode. Es ist verständlich, dass gerade Paare nur die Bechermethode wollen. Dies zu kommunizieren ist auch vollkommen okay. Wenn ich jedoch in Profilen lese: "NUR BECHER!!!!!" oder "ALLES AUSSER BECHER KOMMT NICHT IN FRAGE IHR PERVERSEN!!!" werde ich skeptisch.
Zum einen komme ich mir als potentieller Spender so vor, als ob ich unter Generalverdacht stehe.
Zum anderen komme ich mir auf mein Sperma reduziert vor, eben die Form eines Dienstleisters den ich nicht anstrebe. Deutlich angenehmer fände ich die Formulierung: Bitte nur melden, wenn eine Becherspende kein KO Kriterium für dich ist. Wobei ich eure Seite natürlich nicht kenne und es gut sein kann, dass die potentiellen Spender sehr aggresiv und plump für andere Methoden werben.

Punkt 8 und 9 hängt alles mit guter Kommunikation zusammen. Spender wollen helfen, aber haben auch ein eigenes Leben. Sie können sich nicht komplett nach dir richten. Wenn ihr ihm 3-4 Wochen im voraus ein Zeitfenster von 3-4 Tagen gebt wird es sich sicher einrichten lassen, dass man sich zeit frei hält.

Aus meinen Schreiben mit anderen Frauen und der Besichtigung von Männer Gesuchen konnte ich mir auch ein Bild über die Wünsche von Spermaspendern machen.

Das ideale Gesuch:
1. Die Frau ist attraktiv und schlank
2. Die Frau ist offen für die natürliche Methode
3. Vaterschaftanerkennung und Unterhalt fallen raus oder komplett geteiltes Sorgerecht
4. Die Frau bezahlt pro Spende (50-300 Euro)
5. Der Mann wird als Co-Vater akzeptiert
6. Die Frauen beteiligen sich an Kosten für Atteste und Fahrtkosten

Männer haben nicht ganz soviele Ansprüche. Den meißten geht es halt um schnellen Sex mit einer attraktiven Frau. Tendenziell spricht nichts dagegen, wenn das ganze ehrlich und direkt kommuniziert wird.
Wobei die Attraktivität der Frau oft vom untergeordneten Interesse ist, hauptsache Sex, das finde ich fragwürdig, aber jedem das seine.

Die Motivation ist endweder Monetär getrieben über Punkt 4 oder weil der Mann seinen Kinderwunsch noch nicht erfüllen konnte(Punkt 5). Punkt 6 ist eigentlich selbsterklärend, wobei Männer die ihren Vaterwunsch sich erfüllen wollen da noch die Kosten tragen.

Alles in allem ergibt sich eine große Diskrepanz zwischen dem was sich Spender und Frauen wünschen.
Man sollte sich im Vorfeld klare Gedanken machen über Rolle des Erzeugers während der Spende und nach der Spende, finanzielle Vergütung, Vaterschaftanerkennung, Unterhalt etc. Wenn man das klar kommunizieren kann, erspart man sich viel Zeit und Nerven.

Fragt euch auch vor allem: Was hat die andere Seite davon? Nur Forderungen stellen kann jeder, aber da kommt nichts bei rum.

Die Gründe die bei mir zum scheitern führten:
1. mangelnde optische Anziehung,
2. die Frauen waren zu jung (<20), eine gewisse Reife und sicherheit erwarte ich von den Frauen und das ist
mit unter 20 noch nicht unbedingt gegeben. Großes Risiko für Unterhaltforderungen für mich
3. oder zu alt (um die 40). . Ab 35 tue ich mich auch schwer mit einer Spende da die Risiken einfach stark
zunehmen, wenn sonst alles passt wäre das auch okay.
4. Die Frauen wollten mich wie einen Massenspender behandeln, also Packet abliefern und Tschüss
5. Es wurde eine größere Rolle erwartet(Co-Vater) die ich nicht einnehmen wollte
6. Die Frau wollte das ich 300km Fahrt auf mich nehme, sich aber nicht an Fahrtkosten beteiligen, weil ihr das Geld fehle.

Momentan stehe ich mit 3/40 locker in Kontakt wo es passen könnte. Allerdings suchen 2 davon erst für nächstes Jahr. Daher bin ich offen für 1-2 Kontakte, die in den nächsten 6 Monaten suchen.

Was erwarte ich:
eine attraktive Frau (8-10 von einer 10er Skala)
eine sympathische offene Ausstrahlung
Das man sich Zeit nimmt, die Rolle des Mannes weder überbewertet (Co-Vater Rolle) noch unterbewertet (Dienstleister)
Also sich kennenlernt, Zeit nimmt und am Tag der Spende das ganz in Ruhe angeht und nicht eben schwubs und fertig.
Kostenbeteiligung für die Erstellung von Attesten und Fahrtkosten, Hotelkosten

Was ich biete:
ein attraktiver Mann(objektiv betrachtet würde ich mir 7/10 geben)
intelligent(wenn ich dem IQ Test glauben will gehöre ich zu den oberen 2%, aber bin realistisch und gebe mir 9/10)
eine sympathische offene Ausstrahlung(ja das kommt hier sicher nicht rüber, aber da müsst ihr mir vertrauen Happy)
ich bin mobil und offen für ein Treffen in der Mitte
Wenn ich begeistert bin von dir werde ich mir genug Zeit nehmen dir zu helfen und werde dabei bleiben
kein Sorgerechtanspruch, kein Unterhalt. Das Kind ist deins. Offener Mail Kontakt ist erwünscht. 1-2 Besuche im Jahr
wären wenn das gewünscht wird denke ich auch möglich, damit das Kind seinen Vater kennenlernen kann.

Allen anderen wünsche ich viel Erfolg bei der Suche nach einem passenden Gegenstück, vielleicht helfen meine Eindrücke

MFG

Kommentare


Fite

  • Geschrieben vor 2 Monat(e)
Ja ich bekomme schon recht viele Anfragen, wobei sich sehr viele denn auch verlaufen. Generell bin ich denke ich schon ganz beliebt als Spender
Ansonsten gibt's viele positive Erfahrungen aber leider auch einige negative. Welche meistens daraus resultieren, das sich Leute nicht an absprachen halten oder man(n) als so ne Art Dienstleister behandelt wird, der jederzeit auf Abruf bereit zu sein hat.
Entscheiden tue ich denn meist aus dem Bauch heraus oder aber ob ich das zeitlich noch hinnbekomme.
Mit dem Bild hab ich eigentlich keine Probleme, wenn es jemand mal sieht war er/sie ka mindestens schon auf der Seite und hat sich somit damit beschäftigt. Denn hoffe ich einfach das er/sie mich drauf anspricht, so das man mal drüber reden kann. Meinem Arbeitgeber kann es ansonsten scheiß egal sein was ich in meiner Freizeit machen. Ich bin ihm da keinerlei Rechenschaft schuldig!!!

Chris001

  • Geschrieben vor 2 Monat(e)
Die natürliche Methode ist verucht, daran sind viele Spender leider Schuld. Ich finde sie weder anstößig noch moralisch zweifelhaft. Wenn zwei MEnschen sich langsam kennenlernen und das Interesse aneinander immer weiter wächst, dass es nach mehreren Treffen in körperlicher Nähe und in einer Kindszeugung mündet, was ist daran auszusetzen? Das machen Paare auch. Nur hier ist geklärt wie es danach weitergeht.

Mir gefällt diese Vorstellung, dem Kind zu sagen, dass es Aufgrund von Sympathie und Anziehung entstanden ist, auf jeden Fall besser als einem Kind zu sagen: Mama wollte Baby, Papa hat in Becher gespritzt, herzlich willkommen auf der Welt.

Wie sind deine Erfahrungen bisher?

MFG

Chris001

  • Geschrieben vor 2 Monat(e)
Das ganze will ich auch nur bei 4-6 Frauen/Paaren machen und auf maximal 10 erzeugte Kinder neben meinen eigenen. Inzwischen stehe ich mit 2 Gesuchen in Kontakt die meine Vorstellungen teilen, man muss schauen was ein Treffen ergibt. Telefonieren und Fotos tauschen sind immer gut am Anfang meines Erachtens um abschätzen zu können ob die grobe Richtung stimmt.

Viele Frauen wollen den Mann aus dem Zeugungsprozess am liebsten komplett entfernen. Finde das etwas unnatürlich. Aber gut, es gibt ja Massenspender wo sie sich bedienen können. Ich möchte die Frauen kennenlernen, 1 Treffen für den ersten Eindruck und 2-3 weitere Treffen ohne Erwartungen. Dann sollte man langsam schauen in welche Richtung es geht. Wichtig ist für mich auch, dass ein Nein beidseitig immer eine Option sein darf.

Chris001

  • Geschrieben vor 2 Monat(e)
Ich bin inzwischen soweit, dass ich mich nicht mehr als Samenspender verstehen möchte. Ich möchte nur ein Erzeuger sein der eine Art Ferner Onkel ist. Also eine lange Anlaufphase um herauszufinden ob man sich gut versteht und ob man eben zusammen ein Kind zeugen möchte. Schließlich ist das eine der wichtigsten Entscheidungen des Lebens.

Danach möchte ich auf platonischer Basis Mail Kontakt halten mit 2-3 optionalen Besuchen im Jahr, damit das Kind seinen Erzeuger auch kennenlernt. So gewinnt die Frau ihr Wunschkind und einen guten Freund, der gleichzeitig als entferntes männliches Vorbild für das Kind auftreten kann. Ich gewinne eine neue platonische Bekannschaft mit der ein Band fürs Leben irgendwo geknüpft wurde.

Chris001

  • Geschrieben vor 2 Monat(e)
Hi Fite, danke für die Rückmeldung. Mit deinem Profil wirst du sicher auch viele Anfragen bekommen. Finde es mutig, dass du ein Foto von dir reinstellst. In meinen sozialen Umfeld habe ich zwar mit 2-3 Freunden darüber geredet, aber ich möchte nicht, dass zufällig meine Familie oder mein Arbeitgeber das mitbekommt.

Ich glaube es ist ein ständiger Lernprozess was man möchte. Ich beobachte neue Profile, die erstmal immer sich ganz bedeckt halten wollen und unsicher sind. Im Laufe der Zeit ändern sich die Angaben. Das ist auch okay, man muss ja für sich selbst herausfinden was man will. Erst ist die Idee da, dann muss diese langsam reifen.

Fite

  • Geschrieben vor 2 Monat(e)
Hey Chris, das ist ja mal ein sehr guter Text! Danke für deine Sichtweise und Einschätzung.
Bei den Gründen zum scheitern finde ich Pukt 1 und 4 für mich die wichtigsten.
Es freut mich immer auch mal was von anderen Spendern zu hören.
Ich wünsche dir viel Erfolg!